Aus vom 11.03.2004

Angst um die Fische

Kleinkraftwerk droht

Buxtehude (wst). Angler und Naturschützer fürchten um den Fischbestand in der Este: Die Wiederinbetriebnahme eines kleinen Wasserkraftwerkes am Granini-Gelände in Buxtehude könnte für die Fische zum Todeswerkzeug werden, meinen die Umweltschützer. Der Landkreis Stade als zuständige Behörde teilt diese Befürchtungen.
Eigentlich schien das Thema längst erledigt: Unterhalb des Mühlenteiches liegt neben dem Granini-Gelände ein Kleinwasserkraftwerk, in dem zu Zeiten der Granini-Produktion Strom erzeugt wurde. Seit 1996 liegt die Anlage still. Das ist gut so, sagen die Naturschützer, denn diese Anlage sei ein erheblicher "ökologischer Störfaktor". Viele Fische würden in der Kraftwerksturbine regelrecht zerfetzt.
Die stillgelegte Anlage ,war aber jahrelang kein großes Thema, wenngleich der Landkreis als so genannte "Untere Wasserbehörde" das Ziel verfolgte, eine mögliche weitere Inbetriebnahme zu verhindern. Deshalb wurde vor zwei Jahren ein Verfahren zum Entzug der Wassernutzungsrechte eingeleitet, das bisher noch nicht abgeschlossen ist.
Jetzt aber drängt die Zeit, denn die Stader HGV als Eigentümerin des Granini-Geländes hat das Kraftwerk verkauft. Der neue Besitzer möchte es wieder aktivieren und damit auch Geld verdienen. Der Strom soll als "erneuerbare Energiequelle" ins Netz eingespeist und damit staatlich subventioniert werden. "Damit", so die Angler- und Naturschutzgemeinschaft Nord-Niedersachen, würde auf Jahrzehnte hinaus eine inakzeptable ökologische Situation für das gesamte Gewässersystem der Este zementiert werden."
"Da ist was dran", sagt Landkreis-Dezernet Friedrich Tönjes. Grundsätzlich teilt er die Bedenken der Naturschützer. Tönjes: "Deshalb werden wir das Verfahren zum Entzug der Wasserrechte demnächst auch zum Abschluss bringen." Um dieses Ziel aber rechtlich auch wasserdicht zu machen, seien noch verschiedene Faktoren zu prüfen. Tönjes: "Wir arbeiten jetzt aber mit Hochdruck daran." Tönjes bezweifelt aber, dass der neue Eigentümer mit der Anlage Geld verdienen könne, denn dass der Strom aus einem Kraftwerk an dieser für die Natur so sensiblen Stelle subventioniert werde, sei höchst fraglich.




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