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Meine Oma macht die besten Frühstückseier, sie sollte meiner Mutter mal das Rezept verraten.

Einer meiner Enkel.



Sehr erfreulich!

Unser Storchennest ist auch wieder besetzt


und auch sie...



...fliegen wieder!

Kraniche   (Grus grus)
Die Schönheit der Kraniche und ihre spektakulären Balztänze haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert.
In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“.
In China stand er für ein langes Leben, Weisheit, das Alter sowie die Beziehung zwischen Vater und Sohn.
Auch in Japan ist der Kranich ein Symbol des Glücks und der Langlebigkeit.
In der Heraldik ist der Kranich das Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit.
In der Dichtung steht der Kranich symbolisch für das Erhabene in der Natur.
(Wikipedia)

Für mich einfach

ein Erlebnis!





Aus vom 12.03.2019

Artikel & Foto: Björn Vasel
mit freundlicher Genemigung.

Die Elbfischer gehen auf die Barrikaden

Stintpopulation in der Tideelbe zusammengebrochen – Appell: Baggerarbeiten in der Laichzeit stoppen

Von Björn Vasel
Auf dem Fischkutter Ostetal fordern die Fischer (von links) Harald Zeeck, Lothar Buckow, Walter Zeeck, Olaf Jensen, Jens Winkels, Claus Zeeck und Wilhelm Grube Naturschutzmaßnahmen und eine Beschränkung der Saugbaggerei auf der Elbe. Foto Vasel
FINKENWERDER. Die Fischer schlagen Alarm: Die Stint-Population in der Tideelbe ist zusammengebrochen. Das gefährde nicht nur ihre Existenz, sondern auch das Ökosystem. Denn der Stint ernährte bislang nicht nur die Familien der Elbfischer, sondern auch zahlreiche Vogel- und Fischarten. Der Appell der Fischer: Die Bagger stoppen.

Die Elbfischer haben den Bund und den Hamburger Senat am Montag aufgefordert, die Baggerarbeiten in der Unterelbe und das Verklappen von Hafenschlick vor dem Naturschutzgebiet Neßsand in der Laich- und Aufwuchszeit der Stinte sofort zu stoppen. Die Trübung führe dazu, dass die Stintlarven und Mini-Stinte vor allem in ihrer Kinderstube zwischen Mühlenberger Loch und Hahnöfer Nebenelbe keine Beute mehr machen und verhungern. „Die Brut darf in diesem Jahr nicht wieder vernichtet werden“, mahnt Elbfischer Walter Zeeck. Die Fänge seien seit 2013 stark rückläufig. Der Altländer Elbfischer Lothar Buckow hatte zuletzt zehn Prozent der früheren Menge im Netz.

Der dramatische Einbruch bei den Stinten habe einen Grund: die Kanalisierung der Elbe und die Unterhaltungsbaggerei, so die Fischer. Das Problem werde sich durch die Elbvertiefung verschärfen, Flachwasser- und Süßwasserwattbereiche verschlickten zunehmend. Hinzu kämen die Sauerstofflöcher in fast jedem Sommer mit ihren sogenannten Todeszonen. „Uns fehlen ganze Jahrgänge“, ergänzt Claus Zeeck. Es drohe ein „weitgehend toter Fluss“, 90 Prozent der Fische seien Stinte. Weil diese über den Jordan gingen, lassen Zwergmöwen, Flussseeschwalben und Schweinswale die Elbe mittlerweile links liegen.

Die Elbfischer haben bei einer Protestaktion auf dem Kutter „Ostetal“ in Finkenwerder ein Acht-Punkte-Papier zur Rettung des Stints vorgestellt und neben einer umweltfreundlichen Unterhaltungsbaggerei mehr Naturschutz gefordert.

Der Hamburger Senat will die Bagger nicht an die Kette legen, so der Sprecher der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) in Hamburg. „Wir glauben eher nicht, dass der Rückgang etwas mit den Baggeraktivitäten der Hamburg Port Authority zu tun hat“, sagt Björn Marzahn. Deshalb werde Hamburg erst einmal Forscher mit der Ursachenermittlung beauftragen.


Netze der Stintfischer bleiben leer

Berufsfischer fordern Schutzmaßnahmen für die „Schlüsselart“ – Hamburger Senat will weiter baggern – Behörde beauftragt Forscher

Von Björn Vasel

Altes Land Die Elbfischer gehen auf die Barrikaden: Kaum ein Stint verirrt sich in ihre Reusen und Netze. Die Delikatesse droht an der Tideelbe zu verschwinden. Die Berufsfischer fordern die Politik zum Handeln auf. Doch der Senat will die Bagger nicht stoppen, sondern erst einmal Wissenschaftler beauftragen.

Folgen:

„Früher habe ich 300 Kilogramm Stint am Tag gefangen, in den letzten Tagen waren es lediglich noch zehn Kilogramm – verteilt auf 150 Reusen“, sagt Elbfischer Lothar Buckow aus Jork-Wisch. In der nächsten Woche sei für ihn die Stint-Saison zu Ende, die Reusen kämen raus. „So ein schlechtes Jahr habe ich als Fischer in den vergangenen 50 Jahren nicht erlebt“, ergänzt der Hamenfischer Walter Zeeck aus Geversdorf. Auch seine Netze sind fast leer. Und es fehlten komplette Jahrgänge, innerhalb von fünf Jahren sei die StintPopulation in der Unterelbe zusammengebrochen. „Für den Stint sehe ich schwarz“, sagte der Biologe Dr. Veit Hennig vom Institut für Zoologie an der Universität Hamburg bereits Ende 2018 im TAGEBLATT.

Biologe sieht schwarz für den Stint

Er teilt die Auffassung der Fischer, dass das Ökosystem der Tideelbe gefährdet sei. Der Schwarm- und Wanderfisch sei die Leib- und Magenspeise vieler Arten. Für ihn ist es bereits „fünf nach zwölf“. So habe sich die einstmals größte Flussseeschwalbenbrutkolonie im Wattenmeer im Neufelder Vorland in Schleswig-Holstein praktisch aufgelöst, einst setzte dort ein Viertel des deutschen Bestandes seinen Nachwuchs in die Welt, 2014 brüteten dort noch 2500 Paare, zuletzt waren es 250 bis 350. Ihre Ernährung besteht zu 98,2 Prozent aus Stint. Die Crux: Durch das Sterben bekämen Vögel deutlich zu wenig schnabelgerechte Jungfische auf den Teller. Inmitten der Flussseeschwalbenkolonie brüte die vom Aussterben bedrohte Lachseeschwalbe.
Flicken statt Fischen: Harald Zeeck stopft die Netze des Hamenkutters
Foto Björn Vasel
Diese gastgebende Art diene ihnen, so Veit, als Feindabwehr. Nicht nur die Schwalben machten einen großen Bogen um die Elbe, auch Schweinswale und Zwergmöwe sagten Tschüss. Die Population sei 2014/2015 – zeitgleich zu größeren Baggerungen in Hafen und Fahrrinne – schlagartig zusammengebrochen. Mit dem Stint breche laut Veit Hennig eine „Schlüsselart“ zusammen. In der Ökologie gibt es dafür den Begriff des Tipping Points, eines Punkts, an dem ein Ökosystem schlagartig kippt. Er verweist gebetsmühlenartig auf das Aussterben des Stints vor der Küste von San Francisco. „Das ganze Ökosystem ist in Gefahr, es droht ein weitgehend toter Fluss“, sagt Zeeck.

Ursachen:

Für die Elbfischer ist klar, dass die Trübung durch die anhaltende Unterhaltungsbaggerei und die Schlickverklappung bei Neßsand sowie der höhere Tidenhub, die höhere Salinität und die Sauerstofflöcher gerade im Sommer die Hauptursachen des Zusammenbruchs seien.

Starke Trübung gefährdet Baby-Stinte

Durch die zu starke Trübung erstickten die Eier. Die Stintlarven könnten die Planktonnahrung nicht mehr sehen, die Baby-Stinte verhungerten laut Buckow in ihrer „Kinderstube“ zwischen Mühlenberger Loch und Hahnöfer Nebenelbe. Der Fortpflanzungserfolg sei gefährdet, von Januar bis März ziehen sie zum Laichen die Elbe hinauf. Die Baggermengen hätten sich versechsfacht.

Forderungen:

Die vier Elbfischerfamilien Zeeck, Grube, Buckow und Jensen haben ein AchtPunkte-Papier verfasst. Das Verklappen des Hafenschlicks vor Neßsand müsse „sofort aufhören, damit die Stint-Brut nicht weiter getötet wird“, mahnt Elbfischer Lothar Buckow aus Jork. Außerdem müsse das Baggern mit dem Wasserinjektionsverfahren sofort eingestellt werden, es wirbele zu viel Sediment auf. In der Laich- und Aufwuchszeit müssten die Saugbagger ihre Arbeit „erheblich einschränken“. Mit ihrem Sauger saugten sie Eier, Larven und Fische an.
Die guten Jahre sind vorbei:
Bis 2013 waren die Netze von Elbfischer Lothar Buckow voll von Stint
Foto Björn Vasel
Notwendig sei, dass unabhängige Biologen auf diesen Schiffen mitfahren und den Beifang, sprich die Zahl lebender und toter Fische, an Bord der Hopperbagger dokumentierten. Die große Zahl der Möwen zeige, dass viele, auch tote Fische zurück in den Fluss gepumpt würden. Des Weiteren müssten dringend neue Flachwasserzonen als Kinderstuben geschaffen und eine Aufschlickung verhindert werden. Im Sommer müssten die Baggerarbeiten früher, bereits bei einem Sauerstoffgehalt von sechs Milligramm pro Liter eingestellt werden, und nicht erst, wenn das Sauerstoffloch schon da sei.

Elbfischer kritisieren Umweltsenator

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) „hat die Natur verraten, er tut nichts“, sagt Buckow. Dabei hätten Bund und Hamburg den Fischern bei der Elbvertiefung von 1998 vertraglich ihre Unterstützung zugesagt und die umweltschonende Technik der Fischerei und die Bedeutung der Betriebe als „Wächter der Wassergüte“ gelobt. Nun wolle der Senat offenbar die Fischer loswerden, auch wegen ihrer Kritik an der Kanalisierung des Flusses. Zeeck: „Es ist fünf vor zwölf, die Politik muss sich jetzt schützend vor die Elbe und Fischer stellen.“ Sie seien kooperationsbereit. Reaktion: Die Umweltbehörde glaube nicht, dass „der Rückgang etwas mit den Baggeraktivitäten der Hamburg Port Authority zu tun hat“, sagt Sprecher Björn Marzahn. Er bestreite nicht, dass es „vermehrt Hinweise“ dafür gebe, dass der Stintbestand abgenommen habe. Es existierten allerdings keine ausreichend gesicherten Daten zur Bestandsdichte und ihrer Entwicklung und zu möglichen Ursachen. Aktuell seien die Trübungswerte gering. Marzahn: „Aus unserer Sicht besteht derzeit kein unmittelbarer Handlungsdruck, die Baggeraktivitäten einzuschränken.“
Um offene Fragen zu klären, seien im Zuge der im November 2018 gestarteten „Initiative Elbfische“ nun Wissenschaftler der Uni Hamburg beauftragt worden, Ursachen zu ermitteln und entsprechende Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen zu erarbeiten.

Stellungnahme der Behörde für Umwelt und Energie im Wortlaut

„Der Stint (Osmerus eperlanus) stellt die dominante Fischart in der Tideelbe dar. Aufgrund seiner Biomasse ist er ein Schlüsselelement in der biologischen Nahrungskette und daher von entscheidender Bedeutung für die Ökologie der Tideelbe (einschließlich Ästuar und Küstengewässer). Obwohl es vermehrt Hinweise (zum Beispiel Rückgang der Fischereierträge, rückläufige Individuendichten beim Monitoring für die Wasserrahmenrichtlinie, Meldungen von Angelverbänden, Kontrollaktionen der Fischereiaufseher, Naturbeobachtungen) dafür gibt, dass der Stintbestand in der Tideelbe in den letzten Jahren abgenommen habe, existieren keine ausreichend gesicherten Daten zur Bestandsdichte und ihrer Entwicklung.
Es ist daher notwendig, den Kenntnisstand über die zeitlichen und räumlichen Lebensraumansprüche der Art (zum Beispiel Nahrungsangebot, Sensitivität in verschiedenen Lebensphasen vor allem gegenüber Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt, Schwebstoffgehalt (Trübung), Gewässerstruktur, Oberwasserabfluss) zu verbessern und die Bestandsdichten fachlich fundiert zu erheben.
Unter anderem wurde gefordert, dass die aktuellen Baggeraktivitäten der HPA zum Schutz des Stintes umgehend einzustellen sind. Dies wurde begründet mit der verstärkten Trübung des Elbwassers infolge der Baggeraktivität. Es ist unbestritten, dass Gewässertrübung im Allgemeinen ein negativer Einflussfaktor insbesondere für Stintlarven und juvenile Stinte ist. Die aktuellen Trübungswerte (gemessen in FNU*) an den Hamburger Gewässergüte- Messstationen (Bunthaus, Seemannshöft, Blankenese) weisen jedoch – trotz der Baggeraktivitäten der HPA – keine auffällig hohen Werte auf (s. Abbildung 1).
In den Vorjahren hingegen (2014 – 2018) waren erhöhte Trübungswerte in Seemannshöft, Blankenese und Grauerort festzustellen. Ursache hierfür sind jedoch vorwiegend die geringen Abflussspenden aus der Mittelelbe in diesem Zeitraum, die einen Austrag der Schwebstoffe aus diesem Flussabschnitt eingeschränkt haben. Dadurch wuchs der Schwebstoffgehalt in der Trübungszone an. Zusätzlich verlagerte sich diese stromauf. Kurz gesagt: Der Wasserstand war aufgrund der Trockenheit zu gering.
Insofern besteht aus unserer Sicht derzeit kein unmittelbarer Handlungsdruck, die Baggeraktivitäten einzuschränken. Daneben, existiert ein zwischen der BUE und der HPA abgestimmtes Handlungskonzept zum Umgang mit Baggergut innerhalb der hamburgischen Tideelbe. Dieses beinhaltet Festlegungen bezüglich der Qualität des umzulagernden Materials (Zusammensetzung, Schadstoffgehalte) sowie der Art und Weise des Verklappens (zum Beispiel zeitliche und örtliche Beschränkungen, Technik des Umlagerns).
Um die aktuellen Fragestellungen zur Stintpopulation und deren Entwicklung (sowie die beeinflussenden Faktoren) zu bearbeiten und mögliche Maßnahmen zur nachhaltigen Förderung der Fischfauna in der Tideelbe umsetzen zu können, hat sich im November 2018 die „Initiative Elbfische“ gegründet.
Vertreten sind neben der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (Oberste Fischereibehörde) und der Behörde für Umwelt und Energie (Abteilung Wasserwirtschaft) der Deutsche Fischerei-Verband, der Angelsport- Verband Hamburg, die Berufsfischerei, die Stiftung Lebensraum Elbe sowie die Universität Hamburg durch die Abteilung Ichthyologie des Centrums für Naturkunde.
Aus diesem Kreis heraus sollen – aufbauend auf einer umfassenden Sachverhaltsklärung und Ursachenermittlung – entsprechende Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen erarbeitet werden.“

Kommentar von Björn Vasel

Noch ist der Stint zu retten

Das Stint-Sterben in der Tideelbe lässt die Hamburger Umweltbehörde offenbar kalt. Renommierte Wissenschaftler haben die Hauptursachen längst nachgewiesen und aufgezeigt, dass zwischen der Unterhaltungsbaggerei und dem Sterben ein Zusammenhang besteht. Studien von Biologen, Fangstatistiken, das amtliche Monitoring für die Elbvertiefung von 1999 und Erkenntnisse aus Befischungen zur EU-Wasser- rahmenrichtlinie bestätigen die Aussagen der Elbfischer. Dass der Senat trotz alledem die Bagger nicht stoppen und erst einmal Wissenschaftler beauftragen will, um die Ursachen zu ermitteln, geschieht ganz sicherlich nicht zum Schutz der Natur. Hamburg will Zeit gewinnen, um die Elbvertiefung ungestört fortsetzen zu können. Die Zerstörung des Ökosystems nimmt die Freie und Hansestadt Hamburg billigend in Kauf – alles muss sich den Interessen der Hafen-Lobby unterordnen.
In der Nordsee kommt der Stint noch flächenhaft vor, eine Wiederbesiedlung ist also möglich. Dafür müssten die ökologischen Verhältnisse durch Flachwasser- und Süßwasserwattzonen und eine nach- haltige Bekämpfung der Verschlickung verbessert werden. Die Bagger müssen gestoppt werden, damit die Jungstinte überleben. Dann könnte die Elbe wieder zum Stintparadies werden und die Existenz der Fischer sichern. Noch gibt es diese Chance.




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