Februar 2017

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Regen- Schneetage  



Wer den Karren in den Dreck geschoben hat, der muss ihn auch wieder herausziehen.



Wintergäste



Einige Alpenstrandläufer(Calidris alpina) machen Rast an der Lühemündung.


Die etwas irreführende Bezeichnung Alpenstrandläufer ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass deutschsprachige Ornithologen ihn zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem als Brutvogel der lappländischen Alpen kannten.
(Wikipedia)

Misslungen!

Ich konnte keinen Piepmatz einfangen,
die Kamera hat auf das Schiff fokussiert.


So sollte es aussehen!





Aus vom 22.02.2017

Artikel: Frau Anping Richter
(gekürzt)

Stint ist heiß begehrt – und knapp

........Der Stint, lateinisch osmerus eperlanus, verbringt die meiste Zeit seines Lebens im Nordatlantik. „Im Oktober ziehen die Stinte dann hier bei uns in die Unterelbe, um im März zu laichen“, erklärt Elbfischer Lothar Buckow. Die Fischlein, die nur zehn bis 20 Zentimeter groß werden, brauchen drei bis fünf Jahre bis zur Geschlechtsreife. Mit seinem Kutter „Elise“ betreibt Buckow Hamenfischerei, eine der umweltschonendsten Fischfangtechniken: Der Kutter liegt vor Anker, wenn bei Flut auf beiden Seiten die Hamen, zwei rechteckige Netze, ins Wasser gesenkt werden. Der Stint schwimmt mit der Strömung hinein – ohne dass der Elbgrund aufgewirbelt wird. Im März, wenn die Stinte laichen, wirft Buckow seine Reusen in die Elbe. „Wenn ein Weibchen hinein schwimmt, folgen ihr 20 Männchen“, erläutert er. Der Elbfischer betreibt auch ein Fischgeschäft mit Restaurant und merkt deutlich: „Stint ist schon länger ein Kultessen, aber jetzt wird es ganz klar zum Trend.“ Gleichzeitig sinken die Fangzahlen: Früher zog er 30 Tonnen Stint und mehr pro Jahr aus der Elbe, in diesem Jahr werde er froh sein, wenn er noch auf fünf Tonnen komme. Dabei sind laut Buckow etwa 90 Prozent der Elbfische Stinte – und die sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für Räuber wie Zander, Hecht und Barsch. Und auch viele Friedfische ernähren sich von Babystinten.

Durch das knappere Angebot sind auch die Preise gestiegen: Vor drei Jahren verkaufte Buckow das Kilo ungeputzten Stint für 6,50 Euro, im vergangenen Jahr für 7 Euro, jetzt sind es 9 Euro. Den Rückgang der Fangzahlen führt er auf mehrere Ursachen zurück: Zum einen sei mit der Zuschüttung des Mühlenberger Lochs im Rahmen der Airbus-Erweiterung eine große Flachwasserzone verloren gegangen, die die Kinderstube der Elbfische war, auch der Stinte.

Vor allem aber komme es in Folge der Elbvertiefungen immer häufiger zu Sauerstofflöchern: „Die Oberfläche, über die das Wasser Sauerstoff aufnehmen kann, bleibt gleich, aber die zu versorgende Wassermenge darunter nimmt zu.“ Besonders in den Jahren 2012, 2013 und 2014 sei es schlimm gewesen: „Da ist fast die ganze Stint-Population gestorben.“

Die Behörde für Energie und Umwelt (BUE) der Stadt Hamburg bestreitet diese Zusammenhänge. Derzeit lägen die Sauerstoffgehalte in der Tideelbe bei 12 Milligramm Sauerstoff pro Liter, das sei ein sehr guter Wert, sagt BUE-Sprecher Jan Dube. Der fischkritische Mindestgehalt liege bei vier Milligramm, der Zielwert bei sechs Milligramm Sauerstoff pro Liter. Über Gründe des „scheinbaren Mangels an Stinten“ könne nur spekuliert werden; in Frage kämen natürliche Schwankungen in der Population. Möglicherweise verschiebe sich der Aufstieg aus dem Wattenmeer auch durch meteorologische oder hydrologische Einflüsse. Nicht auszuschließen sei auch, dass eine intensive Befischung in der Elbmündung sich auf das Vorkommen der Stinte im Bereich Hamburg negativ auswirke.

Letzteres komme gar nicht in Frage, sagt Buckow. Vor 100 Jahren habe es zwischen Geesthacht und Cuxhaven noch mehr als 100 Fischereibetriebe gegeben, heute sei er mit seinen Kollegen Walter Zeeck und Wilhelm Grube auf dem gleichen Abschnitt zu dritt – und keineswegs im großen Stil unterwegs. Über den aktuell guten Sauerstoffwert, den die BUE anführt, zuckt Buckow nur die Schultern: „Sauerstofflöcher treten ja nicht im Winter, sondern im Sommer bei hohen Temperaturen auf.“ Wenn eine Generation wegstirbt, sei das zwar merkbar, die Population könne sich aber regenerieren. Durch die drei aufeinanderfolgenden Jahre mit Sauerstofflöchern seien aber mehrere Generationen ausgefallen. Zum Glück seien die Sommer danach kühl gewesen: „Das ist zwar nicht schön für uns, aber gut für den Stint.“

Paul Schmid, Pressesprecher des BUND in Hamburg, bestätigt Buckows Beobachtung: „Der fischkritische Wert wurde zwar in jedem Jahr unterschritten, aber nicht so drastisch wie in den Jahren 2012 bis 2014.“ Die Wassertemperatur sei 2015 und 2016 deutlich niedriger gewesen als in den Jahren zuvor.

Auch im Zusammenhang mit der Zuschüttung des Mühlenberger Lochs vermag die BUE keinen Zusammenhang zu sehen. Die Stadt Hamburg sei aber in Begriff, neue Flachwasserzonen zu schaffen und verweist auf die Strombaumaßnahme im Bereich Kreetsand die HPA schon 2012 begonnen hat, sowie zwei weitere Maßnahmen in den Bereichen Ellerholz und Schwenssand, die gerade geprüft werden.

Diese Ausgleichsflächen sollen die Auflagen erfüllen, die das Bundesverwaltungsgericht kürzlich zur Bedingung für die Genehmigung einer weiteren Elbvertiefung gemacht hat. Dem Stint kommen sie aber vermutlich auch zugute – und damit den Feinschmeckern, die zurzeit für volle Fischrestaurants im Alten Land sorgen.........



Nur mal zur Erinnerung!

Der Sauerstoffgehalt der Elbe bei Blankenese im Jahr 2016


Vielen Dank an das Wassergütemessnetz




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