Juli 00

Fischsterben in der Este

Buxtehuder Tageblatt Sonnabend. 29 Juli 2000

Gestern Abend: Hunderte von Fischen treiben reglos oder tot in Richtung Elbe


Estebrügge/Moorende (bw) Rätselhaftes Fischsterben auf der Este. Gestern Abend trieb ein "Teppich von gelähmten und toten Fischen" die Este in Richtung Elbe hinab. Die Wasserschutzpolizei Stade, die wenig später direkt hinter der Este-Brücke in Klein Hove erste Proben entnahm und einige Fische als Beweismittel aus dem Fluss zog, steht vorerst vor einem Rätsel. 

Mehrfach gingen gestern Abend auf der Buxtehuder Polizeiwache die Anrufe besorgter Este-Anlieger ein: Mehrere Stunden trieben die Fische mit der Ebbe den Fluss hinab. Gegen 16:45 Uhr sahen die ersten Bürger und Bürgerinnen Hunderte von toten und gelähmten Fischen auf dem Wasser fließen. Punkt 17.41 Uhr alarmierte ein Estebrügger die Polizei. 

Der Jorker Beamte und die Wasserschutzpolizei Stade begaben sich umgehend an den Ort des Geschehens. 

Zeuge Jonny Franz, der seit 75 Jahren in Moorende an der Este lebt, traute seinen Augen nicht, als er einen "Teppich von toten Fischen" sah: "Soviel tote Fische habe ivh noch nie gesehen". 

Zander, Aale, Forellen und Hechte seinen den Fluss tot oder fast regungslos hinabgetrieben." Es waren vor allem sehr große Fische darunter", sagt Franz: Das waren mehr als 1000 Stück.

"Fischsterben in dieser Größenordung ist außergewöhnlich für die Este", sagte Werner Hinz, 2. Vorsitzender des Angelvereins Lühe-Este. Das letzte große Fischsterben sei vor einigen Sommern zu verzeichnen gewesen. Hinz: "Damals lag es am Sauerstoffmangel". Doch angesichts der gegenwärtigen Wetterlage wäre ein "Fischssterben aufgrund von Sauerstoffmangel ungewöhnlich". Ronald Schrimpf von der Wasserschutzpolizei Stade entnahm gestern zahlreiche Wasserproben und stellte einige Fische als Beweismittel sicher. Diese wurden umgehen per Kurier in ein Labor der Universität Hamburg gebracht. "Wir hoffen, dass die Ergebnisse der Untersuchung Montag oder Dienstag vorliegen", sagte der Beamte der Wasserschutzpolizei Stade dem TAGEBLATT kurz vor Reaktionsschluss. Rätselhaft bleibt deshalb auch das Aussehen der Fische. Fast alle wiesen unzählige rote Punkte auf den Schuppen und Verletzungen der Kiemen auf. Weshalb, das muss die labortechnische Untersuchung klären.

 

Die Temperaturen gemessen um 12:00 Uhr
 
 
Durchschnitt  16°C 
Hoechstemperatur  23°C 
Tiefsttemperatur  14°C 
Regentage   12


Irgendwie war das kein ausgesprochener Hochsommermonat !! "...ein Computer ist wie ein Außerirdischer.
Man hält ihn für intelligent, bis man seine Sprache versteht. Wenn man die Sprache versteht, merkt man, er ist dumm wie Bohnenstroh. Schnell, das schon. Aber schnell ist nicht gleich intelligent."
(John Updike)
Diese Jahr ist schon etwas "putzig". Ich meine jetzt das Wetter. Es war ja sogar schon einmal richtig warm, aber im Augenblick?





Dafür ist es in Griechenland und in der Türkei mit fast 50 richtig "schön mollig".
Die könnten uns ja 10 abgeben, dafür bekommen Sie von uns ein bisschen Regen.





 

Ein kleines Loch mit großen Folgen

Wie Brückenbauarbeiten ganze Fischschwärme ausrotten können

Auszugsweise aus "Neue Buxtehuder Wochenblatt"
ma. Buxtehude
Stichlinge"Och, davon haben wir nichts gewusst." Anscheinend ahnten die Stadtwerke Buxtehude nicht einmal, was passiert, wenn der künstliche Este- Wasserspiegel mal eben um 20 Zentimeter gesenkt wird. Dafür ist wenigstens eine undichte Stelle im Bereich der Wehranlage an der Moisburger Landstrasse gestopft..... Für das qualvolle Verenden tausender Stichlinge, Kaulquappen und Libellenlarven als kleiner Nebeneffekt der Baumaßnahme fühlt sich hingegen keiner verantwortlich. Ein Skandal ist so etwas! Die Fische sterben, es stinkt zum Himmel, aber den hohen Herren, der Stadt kann das ja egal sein, so einer der Betroffenen Anwohner.
Solche Absenkungen haben wir schon öfter gemacht, der Schaden für die Kleinlebewesen war außerhalb unseres Einflussbereiches, so ein Mitarbeiter der Tiefbauabteilung.
Selbst der Umweltbeauftragte der Stadt musste sich von Bürgern über die Vorfälle unterrichten lassen und eigene Recherchen anstellen, eine Absprache mit ihm hat es nie gegeben.

Meine Meinung:

Es ist doch eine Sauerei!

Vielleicht hätte man Anzeige wegen Tierquälerei erstatten sollen? Es soll ja noch Richter geben die sowas bestrafen.
Aber es sind ja nur Fische und die können leider nicht schreien!